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Einer "alten Dame" große Ehre erwiesen

Altengottern , den 14.09.2015

Zum 320. Jahrestag der Wigbertikirche Altengottern

 

Mit einem Festgottesdienst, am Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr, gedachte die evangelische Kirchengemeinde Altengottern mit ihren Gästen dem 320. Weihejubiläums der Wigbertikirche.

Ein stimmgewaltiger Chorgesang zu Beginn erfüllte den Kirchenraum und brach mit einer musikakustischen Qualität die Kraft der Stille, die diesem Ort eigen ist. Der Kirchenchor aus Birkungen sorgte mit seinem „Lobsinget Gott dem Herrn“ nicht nur für einen klangschönen Auftakt, er begleitete unter seiner Leiterin Christiane Ludwig – die zugleich die Orgel besetzte - im weiteren Fortgang den Gottesdienst.

„Unsere Kirchen weisen uns auf den Glauben und sind Häuser in denen der Glauben gelebt wird“, hob Pfarrer Matthias Cyrus in seiner Festpredigt deren Bedeutung hervor. Viele Menschen würden ihren Glauben mit dieser Kirche, der Wigbertigkirche, verbinden, sind hier getauft und konfirmiert worden, haben hier geheiratet und in Zeiten von Krieg und Not, von Trauer und Sterben, Trost und Vertrauen gefunden.
Ein solches Ansinnen mag wohl auch die vier Gebrüder von Marschall - Söhne des Erbmarschalls von Thüringen Rudolf Levin von Marschall – bewogen haben, anstelle der Wigbertikapelle eine neue Kirche erbauen zu lassen. Diese entstand in den Jahren 1692 bis 1695. Die Gruft der Vorgängerkirche ist dabei erhalten geblieben. Aus dem Entstehungsjahr der Wigbertikirche stammt  der barocke, allerdings modernisierte, Kanzelaltar wie auch ein farbig bemalter hölzerner Taufständer.

Herzlichen Glückwunsch möchte man dem altehrwürdigen Gotteshaus zurufen, das sich heute noch immer majestätisch gibt, und doch Mitte der 1960er Jahre um seine Existenz bangen musste. Aufgrund seines schlechten Bauzustandes war vom Magdeburger Konsistorium das vernichtende Urteil für den Abriss gefällt worden. Zwei Kirchen in einem Ort wie Altengottern würden ohnehin nicht gebraucht, hieß es zudem. 30.000 Mark sollte der Abriss kosten.

Die Kirchältesten Oskar Döll, Alfred Kettenbeil, Paul Frank und Gerhard Otto mit dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Pastor Arno Kleinschmidt stimmten dem Vorhaben nicht zu und entschieden sich für die Instandsetzung und Renovierung der Kirche. Eine weitreichende und kluge Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Es ist dem Engagement jener Herren, der Spendenbereitschaft der Einwohnerschaft und der Unterstützung durch das Gustav-Adolf-Werk zu danken, dass die Wigbertikirche in den Jahren 1965 bis 1966 umfangreich instand gesetzt worden und uns erhalten geblieben ist.

Und nichts konnte den Wunsch nach der Zukunft der Kirche treffender unterstreichen, als die Worte von Pfarrer Cyrus bei der im Anschluss an den Festgottesdienst erfolgten Baumpflanzung: „So wie die Wurzeln, die dieser Baum in die Erde bringt um fest zu stehen, wünschen wir, dass das Gotteshaus in Zukunft genauso fest steht und mit der Gemeinde verwurzelt bleibt.“

Eine kleine Ausstellung in der Heimatstube in Altengottern gibt Einblick in die Geschichte der Wigbertikiche und würdigt das historisch wertvolle Kulturdenkmal, welches seit nunmehr 320 Jahren das Ortsbild von Altengottern maßgeblich mitprägt.